Risikokompensation im Straßenverkehr

Titeldetails

Zugriffsbeschränkung
 Dieser Inhalt ist für angemeldete Benutzer verfügbar.
Zusammenfassung

Die Arbeit geht der Frage nach, wie und in welchem Maße die Nutzung eines Kollisionswarnsystems das Verhalten von Auto Fahrenden beeinflusst. Treten Effekte der Risikokompensation bei Verwendung eines solchen Systems im Vergleich zur Nichtbenutzung auf? Inwiefern gibt es einen Zusammenhang zwischen Risikokompensationseffekten und den drei Faktoren Persönlichkeitseigenschaft „Sensation Seeking“, verkehrsspezifische Kontrollüberzeugung, und Unfallerfahrung einer Person? Auf einem Testgelände absolvierten Versuchspersonen einen Parcours in einem mit Kollisionswarnsystem ausgestatteten Auto. Dieses warnte in ausgewählten Durchfahrten akustisch und visuell vor möglichen Kollisionen mit zu Fuß Gehenden, die als Dummy-Puppe dargestellt wurden. In den anderen Durchfahrten war das Kollisionswarngerät nicht aktiviert, sodass keine Warnung erfolgte. Vergleichend gemessen wurden Fahrparameter wie Bremsstärke und -häufigkeit, Geschwindigkeit und die Zahl der Kollisionen. Des Weiteren wurden auch Einstellungs- und Verhaltensänderungen (z.B. Risikobewertung, Risikomotivation) erhoben. Die Tests ergaben, dass die Versuchspersonen unter Nutzung des Kollisionswarnsystems sicherer fuhren. Es fanden keine Kollisionen statt. Allerdings fuhren sie schneller, bremsten weniger und schwächer und erlebten die Situationen als weniger riskant gegenüber den Fahrten ohne Warnsystem. Darüber hinaus wurde ein positiver Zusammenhang zwischen dem Grad des Sensation Seekings einer Person und deren Fahrweise festgestellt. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass auch Unfallerfahrung und Kontrollüberzeugungen einen Einfluss auf das Verhalten und die Risikokompensation haben. Die Arbeit schließt mit einigen Empfehlungen für die Entwicklung und Einführung derartiger Warnsysteme ab, um Risikokompensationseffekte im Zusammenhang mit diesen zu minimieren. Empfohlen wird der Einsatz auch in Sicherheitstrainings, auf Logistikhöfen und in Aufmerksamkeitsschulungen.

Nutzungsbedingungen