Die Masterarbeit untersucht die Diskrepanz zwischen dem theoretischen Sicherheitspotenzial moderner Fahrerassistenzsysteme (FAS) der Automatisierungsstufe SAE Level 2 und deren tatsächlicher Nutzung im realen Straßenverkehr. Trotz ihres Beitrags zur Verkehrssicherheit im Sinne der „Vision Zero“ zeigen sich in der Praxis signifikante Akzeptanz- und Anwendungsdefizite, die maßgeblich auf kognitive Fehlannahmen, unzureichendes Systemverständnis sowie divergierende mentale Modelle der Nutzer zurückzuführen sind. Die Arbeit verfolgt einen Mixed-Methods-Ansatz. Dabei werden technische, regulatorische und verkehrspsychologische Grundlagen, insbesondere zu Situational Awareness, Mode Confusion und Technologieakzeptanz (TAM, UTAUT), miteinander verknüpft und durch qualitative Experteninterviews ergänzt. Die Auswertung der empirischen Daten erfolgt mittels strukturierter Inhaltsanalyse nach Mayring. Im Fokus steht eine differenzierte Betrachtung zentraler Nutzergruppen, darunter Berufskraftfahrer, Senioren, junge Fahrer sowie Gelegenheitsnutzer in der Shared Mobility. Die Ergebnisse zeigen Unterschiede sowohl in der Art als auch in der Ausprägung der Akzeptanz- und Nutzungsdefizite: Berufskraftfahrer empfinden bestimmte Systemeingriffe als Einschränkung ihrer Handlungskontrolle und reagieren darauf mit bewusster Ablehnung oder Deaktivierung der Systeme. Junge Fahrer neigen dazu, aufgrund eines erhöhten Vertrauens in die Systemleistung ein risikoreicheres Fahrverhalten zu zeigen, da sie davon ausgehen, dass die Technik potenzielle Gefahrenkompensiert. Gelegenheitsnutzer haben hingegen häufig Schwierigkeiten im Umgang mit den Systemen, die auf inkonsistente Bedien- und Interaktionskonzepte zurückzuführen sind. Übergreifend wird deutlich, dass Fehlbeanspruchungen weniger auf technische Defizite als vielmehr auf Probleme in der Mensch-Maschine-Interaktion zurückzuführen sind. Zudem begünstigen uneinheitliche Systemauslegungen und irreführende Kommunikationsstrategien, etwa durch Marketingbegriffe wie „Level 2+“, die Festigung falscher mentaler Modelle. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden konkrete Handlungsempfehlungen für die nutzerzentrierte Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen, für zielgruppenspezifisches Instructional Design sowie für regulatorische und präventive Maßnahmen abgeleitet. Im Fokus stehen dabei adaptive und transparente Interaktionskonzepte, die Systemgrenzen verständlich vermitteln und so die Nutzerkompetenz nachhaltig stärken. Ziel ist es, die effektive und sichere Nutzung von Fahrerassistenzsystemen zu verbessern und damit einen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu leisten.
TitelTitel
Zielgruppenspezifische Analyse von Wissens- und Akzeptanzdefiziten bei der Nutzung moderner Fahrerassistenzsysteme
Titeldetails
- TitelZielgruppenspezifische Analyse von Wissens- und Akzeptanzdefiziten bei der Nutzung moderner Fahrerassistenzsysteme
- Verfasser/Verfasserin
- Gutachter
- herausgebende Institution
- Erschienen
- AnmerkungHochschulschrift; Datum der Abgabe: 16.02.2026
- SpracheDeutsch
- DokumenttypMaster-, Diplomarbeiten
- Schlagwörter (DE)Automatisierte Fahrfunktionen / Berufskraftfahrer / Fahrerassistenzsysteme / Fahrzeugtechnik / FAS / Fehlbeanspruchung / Gelegenheitsnutzer / Information / Instructional Design / Junge Fahrer / Mensch-Maschine-Interaktion / Nutzungsakzeptanz / Nutzerkompetenz / Risiko / Senioren / Shared Mobility / Verkehrspsychologie
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- Quelle/TitelHochschule für Wirtschaft und Technik Berlin; Mosebach, Nils: Zielgruppenspezifische Analyse von Wissens- und Akzeptanzdefiziten bei der Nutzung moderner Fahrerassistenzsysteme. 2026. / WISOM Standard