Eine ökonomische Bewertung der Potentiale und Umsetzungsszenarien von Nudges im Straßenverkehr

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Zusammenfassung

Ziel der Arbeit ist es, Kosten und Nutzen eines sogenannten Nudges im Straßenverkehr zu berechnen. Unter Nudges (übersetzt als „Stupser“) werden Denk- und Handlungsanstöße verstanden, die Personen im Prozess der Entscheidungsfindung unterstützen, indem sie ihnen zusätzliche Informationen zur Verfügung stellen. Grundsätzlich wird dabei kein Druck ausgeübt, mithilfe von Nudges sollen Personen jedoch in eine gewünschte Entscheidungsrichtung gelenkt werden. Auch im Straßenverkehr werden Nudges eingesetzt, um unerwünschte Verhaltensweisen, wie überhöhte Geschwindigkeit, zu reduzieren. Anhand einer vorausgehenden Literaturanalyse wird die Funktionsweise von Nudges im Verkehrswesen theoretisch betrachtet und anschließend der mögliche volkswirtschaftliche Nutzen an einem Beispiel umfangreich berechnet. Dazu wird eine „Nudge-Informationstafel“ betrachtet, die am Straßenrand die durchschnittliche Einhaltung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit anderer Autofahrender anzeigt. Studien bestätigen, dass an der Informationstafel Vorbeifahrende ihre Geschwindigkeit daran anpassend reduzieren. Durch eine an den Bundesverkehrswegeplan 2030 angelehnte Kosten- und Nutzenaufstellung zu verschiedenen Faktoren wie Investition, Instandhaltung, Spritverbrauch, unfallbedingte Personen- und Sachschäden, Abgasbelastung usw. belegt die Autorin, dass der Einsatz eines solchen Nudges einen volkswirtschaftlichen Netto-Nutzen generiert. Er wäre somit geeignet, Verkehrssicherheitsprogramme nachhaltig zu unterstützen. Die Arbeit verdeutlicht, dass der Einsatz eines „Informations-Nudges“ großes Potenzial zur Geschwindigkeitsreduktion bietet.

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